…alles begann mit einem Ostfriesen

10. April 2014 | Von | Kategorie: Hamburg-Tor zur Welt

400 Jahre Reichsuniversität Groningen – und alles begann mit einem Ostfriesen

die holländische Stadt Groningen © Marketing Groningen

Die Reichsuniversität Groningen im Norden der Niederlande feiert 2014 ihr 400-jähriges Bestehen. Dabei ist deren Geschichte auch mit Deutschland verwoben. Gründer der Universität war Ubbo Emmius, ein Pädagoge aus Ostfriesland, der ab 1596 bis zu seinem Tod 1625 in Groningen lebte.

Anlässlich des historischen Bestehens der Reichsuniversität stehen vom 15. Mai bis zum 15. Juni 2014 diverse Veranstaltungen und Events rund um das Motto „For Infinity“, kurz „4 ∞“, auf dem Programm. Einige Aktivitäten werden speziell in Gedenken an die gemeinsame historische Vergangenheit von Deutschland und der Stadt Groningen ausgetragen.

Neben wissenschaftlichen und sportlichen Aktivitäten sorgen Unterhaltung und Spaß für eine vergnügliche Zeit. Die Maskerade „Move it!“ durch die Groninger Innenstadt eröffnet feierlich den Jubiläums-Monat. Film- und Theatervorführungen sowie eine Ausstellung der Fotografin Sascha de Boer sind weitere Highlights. Während des Jubiläums-Monats finden unter dem Motto „400 days for 400 questions“ zudem Lesungen, Debatten, und eine Kinder-Universität statt.

Akademiegebäude der Reichsuniversität Groningen © Marketing Groningen

Speziell das Wettrudern „Bommen B∞trace“ zwischen den Städten Groningen und Münster und der zweitägige „Walk for Infinity“ von Greetsiel in Ostfriesland nach Groningen werden in Gedenken an die gemeinsame historische Vergangenheit von Deutschland und der Stadt Groningen ausgetragen. Beim großen Finale am 14. Juni 2014, der „Final Party“, finden die Feierlichkeiten ihren Abschluss.

Eine Übersicht über das gesamte Veranstaltungsprogramm im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums ist einzusehen unter: http://www.rug400.nl/en

Ein Deutscher wird erster Rektor der Universität

Die Geschichte der Universität ist nicht nur eng mit der Stadt Groningen verwoben, sondern auch mit Deutschland. Der Gründer und erste Rektor der Universität war der Theologe und Pädagoge Ubbo Emmius aus Greetsiel in Ostfriesland. Emmius folgte 1596 einem Ruf nach Groningen, gründete am 23. August 1614 die Reichsuniversität und starb dort hochbetagt im Jahr 1625. Von den Niederlanden aus führte der Gelehrte unter anderem einen schriftlichen Kampf gegen die absolute Fürstenherrschaft in Ostfriesland. Seine aufklärerischen Bücher und Schriften wurden öffentlich verbrannt. Bis heute werden seine Verdienste auf beiden Seiten der Grenze gewürdigt: Er ist Namensgeber verschiedener Schulen und Straßen sowohl in deutschen als auch niederländischen Städten.

Am Anfang 700 Werbe-Plakate – heute internationale Top-Rankings

Fahrräder vor der Universität Groningen © Marketing Groningen

Siebenhundert Exemplare wurden einst von der Ankündigung gedruckt, dass in der Stadt Groningen eine neue Universität gegründet werden sollte. Die Plakate wurden in allen großen Städten der damaligen Republik der Niederlande und sogar im Ausland aufgehängt. So gab es im Gründungsjahr 1614 schon 82 Einschreibungen für die Universität, darunter 30 von ausländischen Studenten. Seither ist der Anteil ausländischer Studenten gleich hoch geblieben. Heute sind es um die 5.000 von insgesamt fast 30.000 Studenten, die sich über verschiedene Standorte in der Stadt verteilen.

Die Reichsuniversität Groningen ist damit nach Amsterdam und Utrecht die drittgrößte Universität der Niederlande. Den vergleichsweise hohen Internationalisierungsgrad hat die Universität auch ihrem guten Ruf zu verdanken: Renommierte Hochschulrankings belegen immer wieder ihre Qualität in Bezug auf Lehre und Forschung. Das globale Ranking des britischen Magazins Times Higher Educationzum Beispiel, welches wichtige Faktoren wie Wissenstransfer und internationale Reputation einbezieht, sieht die Reichsuniversität Groningen auf Platz 89 der 400 besten Lehrstätten weltweit.

Groningen ist bei deutschen Studenten sehr beliebt

Ausgezeichnete Studienbedingungen, ein vielfältiges kulturelles Angebot und ein pulsierendes Nachtleben – Groningen ist vor allem bei deutschen Studenten beliebt. Das zeigt sich unter anderem an den zahlreichen deutschen Studienanfängern, die jedes Jahr nach Groningen pilgern. Die Stadt liegt nur ca. 35 km von der deutsch-niederländischen Grenze entfernt und ist zudem die Jüngste der Niederlande: Die Hälfte der Einwohner ist unter 35 Jahre alt.

Groningen – Drie-Gezusters – größte Kneipe Europas © Marketing Groningen

Zugleich können deutsche Studenten in Groningen ein attraktives und lukratives Jobangebot wahrnehmen: Die Ausbildung zu einem Groninger Lotsen. Seit 2010 bildet das Touristenbüro (VVV) Deutsche erfolgreich als Stadtführer aus, die ihren Landsleuten bei einer Stadtführung die geheimen Ecken der Stadt zeigen.

Die Touren mit den Groninger Lotsen finden jeden Samstag um 13:30 Uhr statt, Treffpunkt ist der VVV Infoladen auf dem Grote Markt, Kosten pro Person: 5 € (Stand 03/2014).

Über Groningen

Groningen ist die junge und lebendige Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden der Niederlande. Von den ca. 200.000 Einwohnern (darunter über 50.000 Studenten) ist die Hälfte unter 35 Jahre alt, womit Groningen das niedrigste Durchschnittsalter der Niederlande hat. Die ehemalige Hansestadt bietet eine besondere Kombination aus historischen Gebäuden, modernster Architektur, Kultur und Nachtleben.

Die Provinz Groningen zeichnet sich durch einen einzigartigen Mix aus Natur und Historie aus. Überall verstreut finden sich alte Landgüter oder so genannte „Borgen“ mit ihren prächtigen Gärten und charakteristische romanische Kirchen auf den künstlich geschaffenen Hügeln bzw. „Warften“. Der Nationalpark Lauwersmeer beherbergt zahlreiche, seltene Pflanzen- und Vogelarten (u. a. Seeadler), in Pieterburen befindet sich eine Seehundaufzuchtstation und das Weltnaturerbe Wattenmeer ist Laichgebiet für Fische und Nahrungsquelle unzähliger Zugvögel.

Weitere Informationen unter www.groningen.de

Per Bahn (www.bahn.de) erreicht man Groningen von Hamburg aus in knapp zirka Stunden (Umstieg in Bremen und Leer/Ostfriesland). Gleiche Fahrzeit von Hannover mit einem Umstieg in Leer.

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