Die stolze Fischerin am Großen Eutiner See

9. Juli 2011 | Von | Kategorie: Schleswig-Holstein

Die stolze Fischerin am Großen Eutiner See – einzige Frau in einer Männerdomäne

Wenn sich um sechs Uhr morgens der Nebel über dem Großen Eutiner See langsam lichtet, die Sonne durch die Wolken bricht, dann ist die Binnenfischerin Sabine Schwarten glücklich und zufrieden.

Denn hier, mitten auf dem Großen Eutiner See, wo Tiere, Wasser und Wald ein unvergleichliches Naturschauspiel zaubern, ist der Lieblingsplatz der 50-jährigen Fischerin, die als einzige Fischwirtschaftsmeisterin Schleswig-Holsteins in einem typischen Männerberuf mit viel Freude und Leidenschaft ihre Frau steht. „Das Fischen ist bei uns eine Familienkrankheit“, sagt die gebürtige Malenterin. Seit nunmehr 45 Jahren sind die Eutiner Gewässer mit dem Großen und dem Kleinen Eutiner See sowie dem Sibbersdorfer See im Besitz der Familie Schwarten.

In dem familiären Traditionsbetrieb wird noch alles von Hand gemacht. So werden in der Winterpause eifrig Zugnetze geflickt, Reusen repariert und Fanggeräte gebaut. Während der Saison steht Sabine Schwarten jeden Morgen früh im Boot, um die am Vorabend ausgesetzten 80 bis 100 kleinen Reusen wieder einzuholen, zu entleeren und sie auf ihre Funktionstüchtigkeit hin zu überprüfen. Die Fischerin Sabine Schwarten betrachtet den See als eine „Vorratskammer“, die es im Sinne einer „sanften“ Fischerei auch so zu bewirtschaften gilt: „Nachhaltiger Fischfang ist bei uns das A und O. Nur der Fisch, den ich innerhalb der nächsten drei Tage auch vermarkten kann, wird einbehalten. Somit kann ich meinen Kunden immer frischen Fisch garantieren und schone gleichzeitig die Fischbestände.“

Wenn Frau Schwarten ihre Fänge eingeholt und sortiert hat, wird der Fisch an Restaurants, Fischfachgeschäfte und private Haushalte verkauft. Am Nachmittag steht meist die Büroarbeit an, denn zur Gewässerbewirtschaftung zählen ebenso Statistikpflege mit datumsgenauen Fangzahlen sowie andere Verwaltungsarbeit, die bei den unzähligen Engagements und Verpflichtungen als zweite Vorsitzende des „Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte in Schleswig-Holstein“ so anfällt.

Neben der Reusen- und Zugnetzfischerei betreibt die Fischerei Schwarten von April bis Mitte Mai sowie im Oktober und November Satzfischerei. Dann rollen große LKWs vor das Fischereihäuschen am See, um ihre vorbestellten Lebendfische abzuholen und sie im eigenen Gewässer wieder einzusetzen. Am liebsten ist die Fischerin aber in der stimmungsvollen Natur ihrer Heimat unterwegs. „Die Region bietet einfach alle Landschaftsformen, die man für ein abwechslungsreiches, naturnahes Freizeitangebot braucht: Salzwasser, Süßwasser, leuchtende Rapsfelder, große Wälder und sanfte Hügel wollen besegelt, durchritten, mit dem Rad und Kanu erkundet oder einfach schweigend durchwandert werden – es wird einem nie langweilig und ich entdecke wie unsere Urlauber jeden Tag Neues!“

Tipps für Ostseeurlauber von Fischerin Sabine Schwarten:
Wenn wissbegierige Schulklassen vorbeikommen oder neugierige Wanderer an ihre Tür in Eutin klopfen, um sich über den Binnenfischfang schlau zu machen, dann geht das Herz der Fischerin auf und sie erzählt mit leuchtenden Augen von ihrer spannenden Arbeit. Wer es ganz genau wissen will, kann die Fischwirtin bei ihren Touren auf den Großen Eutiner See zum Fischen mit Reusen und Zugnetzen für 10 Euro pro Person begleiten.

Weitere Informationen: Fischerei Schwarten, Jungfernort 5, Eutin, Tel. 04521/1666.

„Petri Heil!“ heißt es für Angelfreunde in den Eutiner Gewässern, die auf eigene Faust das Fisch-Mekka erkunden wollen. Hier kann vom Boot und vom Ufer aus dem (ent-)spannenden Hobby ausgiebig gefrönt werden. Eine ganze Menge Süßwasserfische tummeln sich in den Gewässern: Vom Aal, der großen Maräne und dem Hecht bis zum Zander, Barsch, der Schlei, den Brassen, Plötzen, Rotaugen und Rotfedern gilt es Güster, Giebel, Aalquappe, Karpfen und seit neuestem auch wieder Forellen zu überlisten. Angel-Erlaubnisscheine, Angelkarten und Mietsboote sowie weitere Tipps sind im Eutiner„Angelcenter Holsteinische Schweiz“, Weidestraße 33, Tel.04521/798555 erhältlich.

Wer Badevergnügen im historischen Ambiente wünscht, dem empfiehlt die Holsteinerin die idyllisch gelegene Badeanstalt im Eutiner Seescharwald mit ihren strahlend weißen und romantisch anmutenden Anlagen. Dazu zählen neben den antiken Umkleidekabinen, hölzerne Badestege, ein Bademeisterhaus, ein Sprungturm, ein Kiosk und vieles mehr; der Eintritt ist für die ganze Familie kostenlos. Mehr Informationen zum Badevergnügen in Eutin: Tourist-Info Eutin, Markt 19, Tel. 04521/70970,touristinfo@eutin.dewww.eutin.de.

Am liebsten bereitet Sabine Schwarten ihren selbst gefangenen Aal auf Salbei gegrillt zu oder brutzelt „Emmy’s Fischfrikadellen“ von Brassen in der Pfanne – ein wohlbehütetes Familienrezept der Großmutter. Wenn die Fischnärrin gerade einmal keine Zeit hat, ihre leckeren Fischrezepte zu kochen, dann verköstigt sie Holsteiner Spezialitäten im „Landgasthof Kasch“ in Timmdorf-Bad Malente, einer gemütlich-rustikalen Gaststätte mit hochwertiger Küche und angegliedertem Hotel und Café.

Oder sie fährt auf die andere Seite des Großen Eutiner Sees, um im Hotel am See „Der Redderkrug“ bei herrlichem Seeblick Gaumenfreuden und Natur gleichzeitig genießen zu können. Weitere Informationen: Landgasthof Kasch, Dorfstraße 60, Tel. 04523/3383, www.landgasthof-kasch.de und Hotel am See Der Redderkrug, Am Redderkrug 5, Tel. 04521/2232,www.redderkrug.de.

Frisch zubereitete Holsteiner Fischbrötchen genießt man in einzigartig verträumter Atmosphäre direkt am Bootsanleger des Kellersees im „Fischbrötchen-Café Seehütte“ in Bad Malente. Kellerseestraße 52, Tel. 04523/988178, www.fischbroetchen-cafe.de.

Weitere Urlaubsinformationen gibt es im ostsee* Magazin Schleswig-Holstein, erhältlich beim Ostsee-Holstein-Tourismus e.V., Hotline 01805/700 708 (0,14 Euro/Min., Mobilfunk max. 0,42€/Min.), im Internet unter www.ostsee-schleswig-holstein.de

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