Gelebte Tradition mit Pfiff: Die Bremer Eiswette

1. Januar 2014 | Von | Kategorie: Bremen

 „Geiht“ die Weser oder „steiht“ sie? Am 6. Januar klärt dies in der Hansestadt ein fachkundiger Schneider

Bremer Eiswette © BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Wenn ein fliegengewichtiger Schneider auf erhabene hanseatische Honoratioren sowie die Heiligen Drei Könige und einen Zeremonienmeister trifft, dann ist es wieder so weit: Alljährlich wird am Bremer Punkendeich am Tag der Heiligen Drei Könige die Eiswette zelebriert. Seit 1829 wird dann geprüft, ob das Wasser der Weser fließt oder gefroren ist. Das vielköpfige anwesende Publikum freut sich dabei auf ein besonderes Schelmenstück, denn eine solche Wette läuft nicht ohne Spottreden und Schabernack ab.

Mit Waage, Frack und Bügeleisen

In ehrwürdiges Schwarz gekleidet, beäugen rund 15 angesehene Bürger der Hansestadt das strenge Wett-Prozedere: Der Schneider kommt – wie immer – zu spät und wird vom Zeremonienmeister auf die Waage gestellt. 99 Pfund, mehr darf das kecke Schneiderlein für das Protokoll nicht wiegen. Bewaffnet mit einem heißen Bügeleisen muss das Leichtgewicht nun das Kunststück vollbringen, trockenen Fußes auf die andere Weserseite zu kommen. Bevor er dies jedoch versucht, nimmt er wortgewandt allerlei Volk aufs Korn, seien es nun Menschen aus Politik, Gesellschaft oder Sport. Auch dies ist feste Tradition und wird vom Publikum mit reichlich Wohlgefallen und viel Gelächter honoriert.

Wettspektakel mit gutem Grund

Das traditionsreiche Spektakel hat bei allen Schelmereien auch einen gewichtigen Hintergrund: Die Eiswette dient der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) heute als Auftakt für ein Benefiz-Bankett, das sogenannte Eiswettfest. Dort können am 3. Januarsamstag rund 700 hochkarätige und vor allem freigiebige, geladene Gäste ganz im hanseatischen Bürgersinn spenden und schmausen. Da sich die DGzRS ausschließlich durch Spenden finanziert und gleichzeitig zu den modernsten Seenotrettungsdiensten der Welt zählt, lassen sich die Eiswett-Genossen hierbei gerne zur Kasse bitten.

Speisen mit Geschichte

Die Eiswette ist eine typisch bremische Tradition – und genau davon bietet die Hansestadt noch viele mehr, die sich zu entdecken lohnen. Bei dem Angebot „Tradition verpflichtet“ der Bremer Touristik-Zentrale dreht sich alles um die Hanseaten und ihre kulinarischen Gepflogenheiten, wie zum Beispiel das Schaffermahl oder die Eiswette. Bevor es für die Besucher der vierstündigen Veranstaltung ans Schlemmen geht, erkunden sie zunächst Bremens Prachtsaal, die Obere Rathaushalle des zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bremer Rathauses. Anschließend wartet im traditionsreichen Bremer Ratskeller ein opulentes 6-Gänge-Menü mit typischen Bremer Speisen auf die Gäste. Abgerundet wird der kulinarische Genuss mit spannender hanseatischer Geschichte und lebendigen „Geschichtchen“ aus dem bürgerlichen Alltag, unterhaltsam präsentiert von einem versierten Gästeführer. Termine für dieses historisch-kulinarische Angebot sind täglich auf Anfrage möglich. Der Preis von 49 Euro gilt pro Person und zuzüglich Getränken. Weitere Informationen gibt es bei der Bremer Touristik-Zentrale, Service-Telefon 04 21 – 30 800 – 10 oder im Internet unter www.bremen-tourismus.de.

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