Hannovers Herrscher auf Englands Thron

17. Mai 2014 | Von | Kategorie: Niedersachsen

Kronen und Könige – Die Welfen in Niedersachsen

Die Welfen sind das nachweislich älteste Fürstenhaus Europas und der noch heute bekannteste Welfe ist Ernst August von Hannover. Er ist Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg sowie Königlicher Prinz von Großbritannien und Irland. Durch die Personalunion zwischen dem Königreich Hannover und der britischen Krone hat Ernst August den britischen Titel erlangt. 2014 jährt sich diese zum 300. Mal und Niedersachsen gedenkt der einmaligen Verbindung in fünf Ausstellungen in Hannover und Celle.

In Niedersachsen haben die Welfen eine Menge Spuren hinterlassen, es gibt viele Schauplätze, an denen sich die spannende und schillernde Vergangenheit des Hochadels nacherleben lässt. Ob auf der Insel Norderney oder in Goslar – die Welfen haben einzigartige Kulturschätze hinterlassen.

Niedersächsische Landesausstellung zur Personalunion der Könige

Zu besonderem Ruhm gelangten die Welfen von 1714-1837: In diesem Zeitraum wurde das britische Königreich und das Königreich Hannover von einem gemeinsamen welfischen König regiert. Diese Personalunion ist Thema der niedersächsischen Landesausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“. Zum 300. Jubiläum der Personalunion finden vom 17. Mai bis 5. Oktober 2014 in Hannover und Celle fünf Ausstellungen statt. Sie präsentieren die verschiedenen Aspekte dieses ungewöhnlichen Themas und laden dazu ein, die ereignisreiche Epoche der Hannoveraner Herrscher auf Englands Thron kennen zu lernen. Die zentrale Ausstellung ist im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zu sehen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstellungen unter:
www.royals-aus-hannover.de/ausstellungen

Der Löwe in Braunschweig

Die Welfen hinterließen schon früh Spuren in Niedersachsen

Braunschweiger Löwe © Dagmar Krappe

Die Geschichte der Welfen geht bis in das 9. Jahrhundert zurück und immer mal wieder haben sie Spuren im heutigen Niedersachsen hinterlassen. Braunschweig beispielsweise stieg ab dem 12. Jahrhundert zur Welfenresidenz auf. Zu dieser Zeit baute Heinrich der Löwe Braunschweig zur Stadt aus. Noch heute ist das Symbol des Löwen überall im Stadtbild zu finden: als Sockel einer Bank, als Kanaldeckel in der Innenstadt oder als majestätisches Standbild auf dem Burgplatz. Die Welfen prägten die Stadt über die Jahrhunderte und Braunschweig blieb bis ins 20. Jahrhundert mit einer Unterbrechung Residenz der Welfenherzöge. Das wiedererrichtete Residenzschloss der Welfen befindet sich beispielweise mitten im Stadtzentrum. In den Räumen des Schlosses befinden sich unter anderem das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek, das Kulturinstitut und die Kulturverwaltung.

Informationen
Braunschweig Stadtmarketing GmbH – Touristinfo
Tel. 0531 /470-2040
www.braunschweig.de

 

Der Löwe in der Kaiserstadt Goslar
die Kaiserpfalz in Goslar © TourismusMarketing Niedersachsen GmbH

die Kaiserpfalz in Goslar © TourismusMarketing Niedersachsen GmbH

Der damalige Kaiser Friedrich der I. Barbarossa besuchte wenige Wochen nach seiner Wahl Goslar. Er verlieh Heinrich dem Löwen die Reichsvogtei Goslar, und noch im gleichen Jahr, 1152, hielt Heinrich der Löwe einen Hoftag in der Kaiserpfalz zu Goslar ab. Für fast zwei Jahrzehnte gehörte Goslar damit zum Machtbereich des Welfen. Danach, im Jahr 1170, kam die Reichsvogtei wieder in den Besitz der Krone. Im Jahr 1206 ließ der zweite Sohn Heinrich des Löwen, der Welfe Kaiser Otto der IV., die Stadt Goslar besetzen und plündern um sie in die welfischen Landstädte einzugliedern, doch Goslar blieb auch in den kommenden Jahren kaiserlich.

Informationen
Goslar Marketing GmbH
Tel. 05321 / 78060
www.goslar.de

 

Royales Norderney Die Insel war Sommerresidenz von König Georg V.

die Nordsee vor Norderney © Markus Untergassmair / TourismusMarketing Niedersachsen GmbH

Ende des 18. Jahrhunderts hatte ein englischer Arzt erkannt, dass sich die nahezu pollen- und schadstofffreie Seeluft bei Erkrankungen der Atemwege heilsam auswirkt – die ersten Seebäder entstanden. Das Seebad auf Norderney wurde im Jahr 1800 nach dem Vorbild der englischen Seebäder und des Ostseebades Heiligenbad eröffnet. Der Welfe König Georg V. von Hannover machte die Insel zusammen mit seiner Frau Königin Marie ab 1851 mehrere Monate im Jahr zu seiner Sommerresidenz. In den nächsten Jahren entstanden mehrere neue Gebäude, die bis heute den Stadtkern prägen, wie beispielweise das Warmbadehaus oder das Große Logierhaus. Heute ist in diesem Gebäude das Thalassohotel untergebracht.

Informationen
Staatsbad Norderney GmbH
Tel. 04932 / 8910
www.norderney.de

 

Königliche Gärten Die Welfen und die Herrenhäuser Gärten

Herrenhäuser Gärten in Hannover © Petra Kleen

Mit dem Aufbau der Herrenhäuser Gärten planten die Welfen eine königliche Sommerresidenz zu erbauen – das Schloss Herrenhausen. In diesem Schloss war Europas Hochadel zu Gast, hier wurde mit rauschenden Luxusfesten der Grundstein für Hannovers Aufstieg zum Kurfürstentum gelegt. 1943 legten britische Bomben die Sommerresidenz der Welfen in Trümmer. 70 Jahre nach der Zerstörung wurde 2013 das rekonstruierte Schloss Herrenhausen eröffnet. Die dortige Ausstellung „Schlösser und Gärten in Herrenhausen – Vom Barock zur Moderne“ lädt die Besucher ein, die Geschichte der hannoverschen Barockanlage hautnah zu erleben. Wenige Meter entfernt ist das ehemalige Welfenschloss, heute Heimat der Gottfried Leibniz Universität Hannover.

Informationen
Hannover Marketing und Tourismus GmbH
Tel. 0511 12345111
www.hannover.de

 

Gebaut aus Liebe – Schloss Marienburg als Geschenk an Königin Marie

Schloss Marienburg © Schloss Marienburg, EAC GmbH

Das Schloss Marienburg ist eine Schlossanlage, die König Georg V. von Hannover von 1857 bis 1867 als Sommerresidenz, Jagdschloss und späteren Witwensitz erbauen ließ. Der König schenkte es seiner Frau Marie, zu ihrem 39. Geburtstag. Königin Marie und ihre Tochter Mary bewohnten das Schloss in den Jahren 1866 bis 1867. Seit 2004 befindet sich Schloss Marienburg im Besitz des Ur-Ur-Urenkels von Königin Marie und König Georg V., S. K. H. Erbprinz Ernst August von Hannover. Das Schloss bietet seinen Besuchern aber nicht nur einen prachtvollen Anblick – auch historisches Mobiliar, Gemälde und kunsthistorische Raritäten aus dem Besitz der königlichen Welfenfamilie sind zu sehen. Der Hauptturm von Schloss Marienburg ist übrigens während der Saison im Zuge einer Führung für Besucher geöffnet. Aus 44 Metern Höhe bietet sich ein atemberaubender Blick auf das gesamte Umland.

Informationen
EAC GmbH, Schloss Marienburg, Pattensen
Tel. 05069 348000
www.schloss-marienburg.de

 

Königliche Rösser in Bückeburg

Schloss Bückeburg © TourismusMarketing Niedersachsen GmbH

Die Hofreitschule auf dem Schloss Bückeburg – seit über 700 Jahren im Familienbesitz der Grafen von Holstein-Schaumburg und späteren Fürsten zu Schaumburg Lippe – präsentiert sich als Renaissanceschloss mit historischen Sälen und Räumen aus vier Jahrhunderten. Die Verbindung zum englischen Königshaus besteht durch Graf Wilhelm Ernst zu Schaumburg Lippe. Als Enkel des späteren Königs Georg I. war der Graf ein enger Verbündeter von Georg II. im Siebenjährigen Krieg und erhielt als Dank für seine Verbundenheit edle Pferde vom König. Damit war der Grundstein der Hofreitschule gelegt und Schloss Bückeburg avancierte von da an zu einem Zentrum der Reitkunst.

Informationen
Weserbergland Tourismus e.V., Hameln
Tel. 05151 93000
www.weserbergland-tourismus.de

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