Husumer Weihnachtszauber

28. November 2016 | Von | Kategorie: Die Reportage, Schleswig-Holstein

Weihnachten bei Theodor Storm in Husum und  andere Adventmärkte und Winterveranstaltungen auf den Inseln und Halligen und vielen Orten entlang der nordfriesischen Küste gibt es unter diesem Link:

http://www.nordseetourismus.de/weihnachtsmaerkte-und-winterveranstaltungen

Husum in Nordfriesland gibt Einblick in die Weihnachtsbräuche des berühmtesten Sohnes der Stadt

„Von drauß’ vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. All überall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen…“ Dieses bekannte Gedicht „Knecht Ruprecht“ schrieb Husums berühmtester Sohn nicht in seiner nordfriesischen Heimatstadt, sondern 1862 im fernen Thüringen. Im Hauptberuf war Theodor Storm Jurist. Doch ihn interessierten nicht nur Paragraphen. Seine Berufung war das Schreiben, und so wurde er einer der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. „Theodor Storm war ein feinfühliger und ein Weihnachtsmensch“, sagt Heinz Mühlenbeck: „Er liebte gutes Essen und vor allem Kuchen.“ Im Hotel „Altes Gymnasium“ gibt der Stadtführer Gedichte des bekanntesten Husumer Einwohners zum Besten. Die Zuhörer lauschen gebannt und knabbern dabei braune Gewürzkekse, ein Lieblingsgebäck des Dichters.

Im Haus Markt Nummer 9 wurde Theodor Storm in einer stürmischen Nacht am 14. September 1817 geboren. 1835 verließ er die Stadt. Besuchte das Katharineum in Lübeck und studierte Jura in Kiel und Berlin. 1842 kam er nach Husum zurück und machte sich als Rechtsanwalt in der Straße Neustadt 56 selbständig. Damals gehörte Husum zu Dänemark. „Storm war stark politisch engagiert und hatte eine unversöhnliche Haltung gegenüber den Dänen, weshalb ihm 1852 die Advokatur entzogen wurde“, erzählt Mühlenbeck: „Er arbeitete daraufhin einige Jahre in Potsdam und Heiligenstadt in Thüringen und kehrte erst 1864 hierher zurück.“

So grau und eintönig wie Theodor Storm Husum 1851 beschrieb „Am grauen Strand, am grauen Meer und seitab liegt die Stadt…..doch hängt mein ganzes Herz an dir, du graue Stadt am Meer“ ist der Ort selbst an einem wolkenverhangenen Dezember-Tag wie diesem nicht. In der Altstadt und am Hafen leuchten die Häuserfassaden in sattem Gelb und Orange oder hellem Blau und Rosa. Der Wochenmarkt findet wie zu Storms Lebzeiten immer noch donnerstags statt. Auch die ehemalige Buchhandlung C.F. Delff, heute Weiland, in der der Dichter schon Kunde war, gibt es noch. Während der Adventszeit findet auf dem Marktplatz vor der Marienkirche der Weihnachtsmarkt statt. Über dem Tine-Brunnen schwebt einer der größten Adventskränze des Nordens. Von hier aus geht es zu den einzelnen Stormstationen in der Stadt. Viele Häuser sind mit Gedenktafeln versehen. Husum pflegt das Erbe an den berühmten Einwohner.

In Briefen an seine Eltern schrieb Storm 1858 aus Thüringen über Weihnachten: „Goldene Eier, die wie Kinderträume in den dunklen Zweigen hängen. Wie unendlich gemütlich war es einst zu Hause.“ Diese goldenen Eier können Besucher während der Adventszeit im Storm-Museum in der Wasserreihe 31 bewundern. Das Alt-Husumer Kaufmannshaus mit dem hohen, spitzen Giebel bezog Storm 1866 mit seiner zweiten Frau Dorothea, ein Jahr nachdem seine erste Frau Constanze nach der Geburt des siebenten Kindes verstarb. Seit 1972 ist es Museum und Sitz der Theodor-Storm-Gesellschaft.

Das Wohnzimmer im Obergeschoss ist mit Originalmöbeln wie Biedermeiersofa, Mahagoni-Tisch und -Stühlen und einem Pianoforte ausgestattet. Im Viola-Tricolor-Zimmer im Erdgeschoss steht der Tannenbaum – geschmückt mit silbernen Kugeln, Zapfen und Vögeln. Dazwischen hängen die geliebten goldenen Eier und ein vergoldeter Lärchenzweig – der Märchenzweig.

Über 20 seiner Novellen entstanden im Arbeitsraum des Dichters, dem „Poetenstübchen“. Im „Hademarschen-Zimmer“ steht der Schreibtisch, an dem er seine bekannteste und letzte Novelle „Der Schimmelreiter“ schrieb. Zu diesem Zeitpunkt lebte Storm bereits auf seinem Altersruhesitz im wenige Kilometer entfernten Hademarschen, wo er 1888 im Alter von 70 Jahren starb.

Inzwischen ist es dunkel geworden. Im Garten vor dem Museum spielen Jungendliche Weihnachtslieder auf der Gitarre. Die Zuhörer genießen Punsch, ein Glas Bischof, wie Storm ihn liebte. Danach klingt der Abend mit einem mehrgängigen norddeutschen Menü aus. Als Dessert gibt es „Tante Moritz“ – einen Apfelauflauf – genau wie jedes Jahr zu Weihnachten bei Theodor Storm.

Informationen

Anfahrt:
per PKW: A23 bis Heide, B5 nach Husum
per Bahn: über Hamburg nach Husum

Tourist-Information
Historisches Rathaus, Großstr. 27
25813 Husum
Tel.: 04841 8987-0
E-Mail: info@husum-tourismus.de
www.husum-tourismus.de

Angebote:
„Weihnachten zu Gast bei Theodor Storm“
Lesung und literarischer Stadtrundgang auf den Spuren Theodor Storms zur Adventszeit mit kulinarischen Genüssen aus der Stormschen Zeit.
Termine:
An den Adventssamstagen, 3. und 10. Dezember 2016, jeweils 15:30 Uhr bis ca. 22 Uhr, Preis pro Person: 66,90 Euro (Anmeldung bei der Tourist-Information oder online erforderlich)

Pauschale „Husumer Weihnachtszauber“
2 Hotelübernachtungen mit Frühstück, 1 Dreigänge-Menü, diversen Extras…
2016 ab 149 Euro pro Person im DZ (2017 ab 152 € pro Person)

Husumer Weihnachtsmarkt am Marktplatz: 21.11. – 27.12.2016 und 27.11.2017 – 02.01.2018 (außer 25.12.)

Eine Übersicht über weitere Weihnachtsmärkte an der Nordsee gibt es unter: http://www.nordseetourismus.de/weihnachtsmaerkte-und-winterveranstaltungen

Storm-Haus
Wasserreihe 31
25813 Husum
Tel.04841 8038630
Öffnungszeiten:
November bis März: Di, Do, Sa 14–17 Uhr
April bis Oktober: Di – Fr 10-17 Uhr, Sa 11-17 Uhr, So u. Mo 14-17 Uhr
www.storm-gesellschaft.de

Übernachtungsmöglichkeiten:
Genießer Hotel Altes Gymnasium Husum
Süderstrasse 2-10
25813 Husum
Tel. 04841 8330
www.altes-gymnasium.de

Best Western Theodor Storm Hotel
Neustadt 60-68
25813 Husum/Nordsee
Tel. 04841 89660
www.theodor-storm-hotel.de

© Text: Dagmar Krappe, Fotos: Axel Baumann

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