igs 2013 – eine Gartenschau, die bewegt

12. Juli 2013 | Von | Kategorie: Hamburg

In 80 Gärten um die Welt im Wilhelmsburger Inselpark

igs-Bostschafter John Langley - das Gesicht der Gartenschau

40 Jahre nach der letzten Gartenbauausstellung, die 1973 auf dem „Planten un Blomen“-Gelände stattfand, öffnet 2013 wieder eine Gartenschau ihre Pforten in Hamburg. 171 Tage lang gibt es auf der Flussinsel Wilhelmsburg ein 100 Hektar großes Paradies, in dem sich nicht nur Blütenträume erfüllen. Vom 26. April bis zum 13. Oktober 2013 wird der Wilhelmsburger Inselpark, der direkt an das Gelände der Internationalen Bauausstellung „IBA“ grenzt, zur Blumen-Freilichtbühne, bietet Konzerte, Kulturveranstaltungen und Sportanimation. Die meisten Gärten und vor allem die Sporteinrichtungen sind so gestaltet, dass sie nach Beendigung der Gartenschau mit vertretbarem Aufwand erhalten werden können und ab 2014 weiterhin Besuchern zur Verfügung stehen.

So groß wie 140 Fußballfelder ist die Ausstellungsfläche, auf der die Besucher mitgenommen werden auf eine Reise durch Kulturen, Klima- und Vegetationszonen unserer Erde. Eingebettet in sieben verschiedene Welten erzählen 80 Gärten (in Anlehnung an Jules Vernes’ Roman „In 80 Tagen um die Welt“) von einer Reise im Verlauf der Jahreszeiten Frühjahr, Sommer und Herbst. Rund die Hälfte der zirka 50.000 Einwohner Wilhelmsburgs hat einen Migrationshintergrund. Über 100 Nationalitäten leben auf der Insel. Auch diesen Aspekt der Interkulturalität und Internationalität der Hansestadt spiegeln die Gärten der IGS wider.

die Monorailbahn schwebt durch die Welt der Häfen

Die Gartenschau beginnt am Haupteingang in der Welt der Häfen – einer Welt des Handels, der Seefahrt, des Fernwehs. Hier präsentiert sich „das Tor zur Welt“, die Hafenmetropole Hamburg. Aber auch andere Welthandelsplätze aus Jules Vernes’ Roman wie London, Mumbai oder Hongkong gibt es zu entdecken. Schnurgerade geht der Weg vorbei an bunten Schaubeeten im Rastermaß von 40-Fuß-Containern, den Hafengärten.

Wasserwelten

Die Wasserwelten führen durch 18 Gärten unterschiedlichster Situationen zwischen Wassermangel und –überfluss. Integriert ist das „Wilhelmsburger Wasserwerk“, das nach fast 100 Betriebsjahren 2008 geschlossen wurde und im Frühjahr 2012 als Restaurant öffnete. Bis zur Stilllegung pumpte das Werk täglich vier Millionen Liter Trinkwasser in die Hamburger Haushalte. Ab 2014 können Besucher auf einem rund 3,5 Kilometer langen Kanukanal durch die Landschaft paddeln. Vorbei an den im Zuge der IBA in einem Rückhaltebecken errichteten Water Houses, Mehrfamilienwohnhäusern mit Wohnungen von 60 bis 130 Quadratmetern Wohnfläche. Hier wurde Wasser zu Bauland. Eine neue, nachhaltige Form der Landgewinnung.

Steinmetze zeigen ihre Kreativität in der Welt der Religionen - Ich bin dann mal weg...

Nordwestlich der Wasserwelten gelangt man in die Welt der Religionen. Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam und Judentum sind jeweils in einem Garten dargestellt. Ein gemeinsamer Brunnen ist das Zeichen für Respekt und Toleranz. Die alte Kapelle des ehemaligen Friedhofs steht inmitten unterschiedlich gestalteter Mustergräber.

Hinter dem Rosenboulevard, eingerahmt von zahlreichen Schrebergärten, befindet sich die Welt der Kulturen rund um den Kuckucksteich. Zehn Gärten zeigen fremde Kulturen, Sitten und Gebräuche. Der „Kiosk der Kulturen“, die Willi Villa, wird dem Inselpark nach Beendigung der Schau erhalten bleiben. Über 200 Kleingärten sind über das Parkgelände verteilt. Sie wurden nicht extra zur IGS angelegt, sondern als langjährige bestehende Anlagen in die Gartenschau integriert.

Die Welt der Kontinente ist durch ein blaues Blütenmeer geprägt, das die Meere zwischen Afrika, Amerika, Asien, Australien und Europa darstellt. Am Südende des Geländes schließen sich die fünf Hamburg umgebenden Kulturlandschaften in den Farben Weiß, Violett, Blau, Gelb und Rot an. Um einen Bauernmarkt gruppieren sich das Obstanbaugebiet Altes Land, die Lüneburger Heide, die Vier- und Marschlande mit Blumen- und Gemüsezucht und einer Entwässerungsmühle, die schleswig-holsteinische Knicklandschaft mit Raps und Getreidefeldern und das Pinneberger Baumschul- und Rosenzüchterland.

blau-lila Blüten bilden die Meere zwischen den Kontinenten

Auf dem Rückweg werden die Naturwelten passiert. Es handelt sich um fünf Gärten, die visionäre und utopische Bilder von Natur- und Kulturlandschaften zeigen: interaktiv animierte Pflanzen, Nahrungsmittel wie Planktonkuchen, Quallenschnitzel und Algensalat. An die Naturwelten schließt sich die Welt der Bewegung mit elf Gärten voller Spiel- und Sportmöglichkeiten für jede Generation an. Für Personen mit und ohne Handicaps. Besonders dieser Bereich wird nach der Gartenschau weiterbestehen. Eine Skater-Anlage dient als Treffpunkt für Jugendliche. Im Hochseilgarten in einem alten Birkenbestand kann man Balance und Konzentration trainieren.

igs Hamburg 2013 - Klettern an der Nordwandhalle

Ein Eldorado für Kletter-Freaks ist die 850 Quadratmeter große „Nordwandhalle“ mit Innen- und Außenkletterwänden. Vom Vorstiegs- und Toprope-Klettern bis zum Bouldern (Klettern ohne Kletterseil in Absprunghöhe) ist alles möglich. Es ist das erste Null-CO2-Kletterzentrum Deutschlands. Neben dem energieeffizienten Schwimmbad liegt die neu errichtete Blumenschauhalle. Sie wird sich nach der Gartenschau in eine Sport- und insbesondere in eine Basketballhalle verwandeln. Der Clou des neuen Schwimmbads: Im Sommer lässt sich die Südseite öffnen und garantiert Zugang zu den zugehörigen Liegewiesen. Duftende Kräuter und Blumen bringen in Meditations- und Tai-Chi-Gärten Ruhe und Entspannung für die Gartenschaubesucher.

Über allen 80 Gärten schwebt die Monorailbahn. Mit bis zu 18 Kilometern pro Stunde lässt sich der Wilhelmsburger Inselpark auch aus sieben Metern Höhe bewundern. Wenn nach der Gartenschau die Zäune abgebaut sind, ist der Park kostenfrei zu nutzen. Hauptwege und Laufstrecken werden mit einem innovativen Lichtkonzept illuminiert. Sie werden dann Teil des knapp 30 Kilometer langen Freizeitrundkurses über die Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sein.

Informationen

igs – Internationale Gartenschau Hamburg 2013
Am Inselpark 1
21109 Hamburg
Tel. 01805 042013 (14Ct./Min. aus dem dt. Festnetz. Mobil max. 42 Ct./Min.)
www.igs-hamburg.de
Öffnungszeiten:
171 Tage vom 26. Apr. – 13. Okt. 2013, tägl. von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Einlasszeit bis 19 Uhr
Preise:
Erwachsene: Tageskarte 21 €, Dauerkarte 110 €, Feierabendticket (ab 17 Uhr) 9 €
Kinder und Jugendliche (7 – 17 J.): Tageskarte 6 €, Dauerkarte 28,50 €
Kinder unter 7 J. freier Eintritt

Monorailbahn (Fahrtdauer 15 – 20 Minuten): Erwachsene 7,50 €, Kinder und Jugendliche (7 – 17 J.) 2,50 €

Zahlreiche Sommer-Sonderangebote unter:
http://www.igs-hamburg.de/aktuelles/aktionsangebote/

Veranstaltungen unter:
http://www.igs-hamburg.de/veranstaltungen/highlight-veranstaltungen/

 

Buchtipp für alle Gartenschaufreunde
Das offizielle Buch zur igs 2013 „In 80 Gärten um die Welt“ bietet auf über 330 Seiten Informationen zu den einzelnen Gärten und sonstigen Attraktionen während der Zeit der Gartenschau und gibt weitere „grüne Ausflugstipps“ rund um die Hansestadt. Erschienen ist das Buch im Ellert & Richter Verlag und kostet 5,95 € (ISBN 978-3-8319-0490-7). Es ist im Buchhandel oder online zum Beispiel bei Thalia oder Amazon erhältlich.

Die Hamburg Tourismus GmbH hat verschiedene igs-Pauschalen im Angebot. Zum Beispiel zwei Übernachtungen im IBA-Projekt „Wälderhaus“ (Mix aus Hotel, Gastronomie und einer Ausstellung rund um das Thema Wald) direkt am igs-Haupteingang inkl. igs-Eintrittskarte ab 219 € pro Person: www.hamburg-tourismus.de

Wälderhaus
Am Inselpark 19
21109 Hamburg
Tel. 040 302156-0
www.waelderhaus.de
Öffnungszeiten Dauerausstellung:
März – Okt. 10 – 18 Uhr (während der IGS 9 – 19 Uhr)
Nov. – Feb. 10 – 17 Uhr
Erw. 5,10 €, ermäßigt 4,30 €, Kinder (7 – 16 J.) 2,70 €, Kinder bis 6 J. freier Eintritt
Familienkarte (2 Erw., 2 Kinder (7 – 16 J.) 12,60 €

Restaurant im alten Wasserwerk:
Wasserwerk Wilhelmsburg
Kurdamm 24
21107 Hamburg
Tel. 040 75062203
Di – So 11 – 22 Uhr
www.restaurant-wasserwerk-wilhelmsburg.de


Klettern im Park

Hochseilgarten Hamburg „HanseRock“
www.hanserock.de

Kletterhalle „Nordwandhalle“
Am Inselpark
21109 Hamburg
Tel. 040 33 44 26 88
Tägl. 10 – 23 Uhr
www.nordwandhalle.de

© Text: Dagmar Krappe, Fotos: Dagmar Krappe, Axel Baumann

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