Im kleinsten IBA-Projekt wird Brot gebacken

19. März 2013 | Von | Kategorie: Hamburg

Fisches Brot in Wilhelmsburg

Windmuehle Johanna in Hamburg-Wilhelmsburg © Dagmar Krappe

Mit dem kleinen Backhaus neben der historischen Windmühle Johanna in Wilhelmsburg kann seit dem 6. März 2013 der Backbetrieb wieder aufgenommen und die Backtradition von vor mehr als 200 an diesem Ort wieder belebt werden.

Die Windmühle Johanna, Hamburgs bedeutendste Windmühle und Hochzeitsmühle in Wilhelmsburg, ist Wahrzeichen und Identifikationsgebäude der ansässigen Bevölkerung. Bald beherbergt sie das „Hamburger Erlebnis-Mühlenmuseum“: Dort lernen die Besucherinnen und Besucher die Tradition des Wegs vom Getreidekorn bis zum fertigen Laib kennen. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist das Backhaus neben der Windmühle. Das „Wilhelmsburger Mühlenbrot“ kommt dort frisch aus dem Holzbackofen.

Das kleine Backhaus ist ein Fachwerkgebäude aus Backsteinen und einem großen traditionellen Holzofen mit einer Grundfläche von nur gut acht mal sieben Metern und einer Teilfläche von 120 m².

In Zukunft ist geplant, dass die Mühle samt Backhaus im Jahr 2013 durchschnittlich an zwölf Tagen geöffnet sein wird, es wird elf Seniorencafétage geben und zehn Mal im Jahr einen Plattdeutschen Stammtisch. Darüber hinaus bieten die Frauen des Windmühlenvereins und des Landfrauenverbandes einmal im Monat einen Backtag an.

Zudem werden Backhaus und Windmühle in ihrer Nutzung erweitert zu einem Ort der Weiterbildung, Integration und eventuell zu Ausbildungszwecken. Das Angebot soll Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund ansprechen. Diese Pläne entstanden in Kooperation mit der Stadtteilschule Stübenhofer Weg.

Backhaus Windmuehle Johanna © IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

Das Backhaus gehört zu dem IBA-Leitthema Kosmopolis. Es ist unter anderen eines der IBA-Projekte mit dem höchsten Anteil an Unterstützung von Förderern und Sponsoren sowie Mitarbeit von Jugendlichen, die das Projekt in enger Zusammenarbeit gemeinsam verwirklicht haben. IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg sagt: „Das Backhaus wird nicht nur ein weiterer Anziehungspunkt für die Mühle sein, sondern auch den touristischen- und Freizeitwert sowie des Stadtteils Wilhelmsburg stärken. Es entsteht ein weiterer Ort der Bildung; ein Ort, an dem alles Wissenswerte über das ursprünglichste Grundnahrungsmittel, das Brot, gelernt werden kann. Für das flächenmäßig kleinste IBA-Projekt war und ist die gute Zusammenarbeit der dafür sehr großen Zahl an Beteiligten ganz besonders vorbildlich – nur so können große wie kleine Projekte realisiert werden.“

Das Backhaus mit dem Holzbackofen, das einst das Auskommen des Müllers sicherte, wird künftig ein wesentlicher Bestandteil des „Erlebnis-Mühlenmuseums“ werden und den traditionellen Weg des Getreidekorns von der Vermahlung zu Mehl und Backschrot bis zur Brotverarbeitung zeigen. Der Erste Vorsitzende des Wilhelmsburger Windmühlenvereins e.V., Carsten Schmidt, sagt: „Das Backhaus bietet den Besuchern an den Mahl- und Backtagen nicht nur leckeres Backwerk zu genießen. Dieses Alleinstellungsmerkmal unter den historischen Hamburger Mühlen gibt uns insbesondere die Möglichkeit, die Freude am Backen und das Wissen um Zutaten und Verarbeitung an Kindergruppen und Schulklassen weiterzugeben. Die Windmühle Johanna trägt als Wahrzeichen der Insel, Mühlenmseum und Hamburger Hochzeitsmühle seit vielen Jahren bereits zum Erlebniswert der Elbinsel Wilhelmsburg bei.“

Schwerpunktnutzung des Backhauses ist die Herstellung eigener Backwaren in traditioneller Weise mit einem Holzbackofen, wie zum Beispiel das „Wilhelmsburger Mühlenbrot“, das mit in der Windmühle Johanna produziertem Roggenschrot und Weizenmehl bisher noch in der Marmstorfer Bäckerei Becker in einem Elektroofen gebacken wird.

Die geschichtsreiche Windmühle Johanna ist 1875 errichtet worden und seit 1941 ein eingetragenes technisches Kulturdenkmal. Die Mühle gehört zu den bedeutendsten Trägern der landwirtschaftlich geprägten Geschichte Wilhelmsburgs.

Weitere Informationen über die Internationale Bauausstellung Hamburg unter:

IBA Hamburg GmbH
Am Zollhafen 12 (IBA-Dock)
20539 Hamburg
Tel. 040 226 227-0
www.iba-hamburg.de

Verschiedene Angebote zu geführten Rad- und Bustouren sowie Spaziergängen zu unterschiedlichen IBA-Projekten. Umfangreiches Prospektmaterial und Reiseführer „Wege zur neuen Stadt“ für 8,95 Euro erhältlich.

Das IBA-Präsentationsjahr beginnt am 23. März 2013 und endet am 3. November 2013. Über 60 bleibende bauliche, soziale und kulturelle Modellprojekte werden auf 35 Quadratkilometern auf den Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel sowie im Harburger Binnenhafen präsentiert.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Schlagworte: , , , , , ,

Kommentare sind geschlossen