Mit dem Blick einer Frau

16. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Bremen

In der Sonderausstellung „Sie. Selbst. Nackt.“ widmet sich das Paula Modersohn-Becker Museum weltweit erstmalig Künstlerinnen im Selbstakt

Paula Modersohn-Becker: Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag, 25. Mai 1906, © Kunstsammlungen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen

Der weibliche Körper ist in den Medien nahezu überpräsent und dennoch umgibt ihn ein Mysterium. Wie Künstlerinnen ihren Körper sehen und wiedergeben, zeigt das Paula Modersohn-Becker Museum in der Ausstellung „Sie. Selbst. Nackt.“  noch bis zum 2. Februar 2014 in Bremen. Die Schau vereint die wichtigsten Positionen weiblicher Selbstdarstellungen im Akt aus Malerei, Fotografie und Video vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute und ist damit international die erste Ausstellung, die sich dieses Sujets annimmt.

Nackt und selbstbewusst zeigt sich die Pionierin der Moderne

Paula Modersohn-Becker, deren künstlerische Wurzeln in Bremen liegen, fertigte 1906 den nahezu lebensgroßen Halbakt „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ und begründete damit zu Beginn des 20. Jahrhundert eine neue Bildtradition. Selbst zeitgenössische männliche Künstler wagten sich nur äußerst selten an das verkannte Thema. In diesem ersten weiblichen Selbstakt präsentiert sich die Pionierin der Moderne selbstbewusst im Zustand der Schwangerschaft, ihre Hände schützend um den Bauch gelegt. Hier zeigt sich die doppelte schöpferische Kraft einer Frau: Nur sie ist in Lage zu gebären und künstlerisch tätig zu sein.

Hochkarätige internationale Leihgaben

Als Frau verhalf Paula Modersohn-Becker dem Selbstakt zum Durchbruch in der Kunstgeschichte. Die Bremer Ausstellung geht der Entwicklung dieses Bildmotivs nach und nimmt den Besucher mit auf eine Erfahrungsreise, wie Künstlerinnen ihren eigenen Körper als Ausdruckmittel einsetzen. Das Paula Modersohn-Becker Museum vereint dazu die wichtigsten Positionen weiblicher Selbstdarstellung mittels hochkarätiger internationaler Leihgaben. Darunter befinden sich Arbeiten von so bekannten und international erfolgreichen Künstlerinnen wie der Performance-Pionierin Marina Abramović und der japanisch-amerikanischen Konzeptkünstlerin Yoko Ono. Ebenfalls in der Bremer Ausstellung vertreten ist die österreichische Malerin und Medienkünstlerin Maria Lassnig, deren Körpergefühlsbilder kennzeichnend für ihr umfangreiches Werk sind und die damit die weibliche Position in Kunst und Gesellschaft reflektiert. Weitere Künstlerinnen der Ausstellung sind unter anderem Louise Bourgeois, Judy Chicago, Ana Mendieta, Lee Miller, Catherine Opie, Hannah Wilke und Suzanne Valadon.

Günstiger in Partnermuseen

Die Sonderausstellung „Sie. Selbst. Nackt.“ im Paula Modersohn-Becker Museum dauert bis zum 2. Februar 2014. Mit dem Ticket zum vollen Preis kommen Kunstliebhaber nicht nur im Paula Modersohn-Becker Museum auf ihre Kosten, sondern erhalten vergünstigten Eintritt in den Partnermuseen Focke-Museum, Gerhard-Marcks-Haus, Kunsthalle Bremen, Kunstsammlungen Böttcherstraße, Übersee-Museum, Weserburg und Wilhelm Wagenfeld Haus am gleichen und am Folgetag (Sonderausstellungen sind ausgeschlossen).

Informationen

Museen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum
Ludwig Roselius Museum
Sammlung Bernhard Hoetger
Böttcherstraße 6–10
28195 Bremen
Tel.: 0421 33882-22
Fax: 0421 33882-33
E-Mail: info@museen-boettcherstrasse.de
www.museen-boettcherstrasse.de
Öffnungszeiten

dienstags bis sonntags, 11–18 Uhr
montags geschlossen

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