Motorsport-Flair auf zwei und drei Rädern

25. Juni 2011 | Von | Kategorie: Die Reportage, Niedersachsen, Nordd. Tiefland

Nicht nur Hockenheim oder Nürburgring sind gute Adressen für Rennsportbegeisterung. Auch der Norden bietet für Zuschauer zahlreiche Gelegenheiten, sich vom fahrerischen Können der Motorsportler begeistern zu lassen.
Speedway-Rennen sprechen wirklich die Sinne an: Das Auge lässt sich von der Schnelligkeit der Zweiräder faszinieren, wenn sie in wenigen Metern Entfernung an den Besucherreihen vorbeisausen. Überall liegt der Geruch von Methanol in der Luft; auch das Geknatter der Einzylinder Motoren ist wirklich nicht zu überhören.

Die Rennsport-Enthusisaten mögen es nicht unbedingt gerne hören, doch urig und recht archaisch sehen diese Motorräder schon aus. Reifen mit groben Stollenprofilen, tiefer gelegte Sitze, dafür aber recht breite Lenker. Für den Beifahrer muss eine Riffelplatte zwischen den Rädern und ein stabiler Haltegriff ausreichen. Na ja, die Maschinen samt Seitenwagen sind eben recht funktional konstruiert – halt für einen einzigen Zweck: um Fahrer und Sozius recht zügig über das Oval zu befördern.

Gerade der Start bietet bei solchen Wettbewerben ein recht spektakuläres Bild, wenn sich die Startflagge hebt und das Teilnehmerfeld im selben Moment kollektiv am Gashebel zieht. In Bruchteilen einer Sekunde fräsen sich dann gleichzeitig ein halbes Dutzend Hinterräder in die Sandbahn oder in die Grasnarbe. So tief, bis die Räder greifen und das Gefährt allmählich an Geschwindigkeit gewinnt. Dabei wird so viel Dreck und Staub aufgewirbelt oder meterhoch Grasbüschel gewirbelt, dass es den Zuschauern die Sicht aufs Fahrerfeld nimmt. Eine echte Rennsport-Atmosphäre eben. Es ist spannend mit anzusehen, mit welcher Eleganz und fahrerischer Konzentration die Überhohlvorgänge trotz der schwierigen Bodenbeschaffenheit gemeistert werden. Immerhin können die Motorräder in der Spitze auf bis zu 130 Stundenkilometer beschleunigt werden.

Dass dieser Sport Mensch und Maschine auf eine harte Probe stellt, ist spätestens im Ziel nicht mehr zu übersehen. Oft versteckt sich das strahlende Siegerlächeln hinter einer dicken Schicht aus Staub und Matsch. Wer dazu noch die Gelegenheit hat, einmal durch das Fahrerlager zu schlendern, trifft schnell Gleichgesinnte zum Fachsimpeln. Hochkonzentriert schrauben allerorten die Mechaniker noch schnell an den Maschinen, diskutieren im Team, wie die Motorleistung noch besser auf die Strecke gebracht werden kann oder polieren das Gefährt wieder auf Hochglanz. Eine Sisyphusarbeit, schließlich rollt der Bolide wenige Minuten später wieder vollkommen in Matsch verhüllt vor das provisorische Werkstattzelt. Doch für gestandene Motorsportler, die Benzin im Blut haben, eine ebenso wichtige Arbeit. Schließlich wollen sie nicht nur mit einer guten Platzierung in Erinnerung bleiben.

Erfunden wurde dieser Sport im angelsächsischen Raum, der nach dem ersten Weltkrieg auch auf dem europäischen Kontinent Fuß fassen konnten. Heute stellen in der Bundesrepublik die Fahrer ihr Können in einer eigenen Speedway-Bundesliga unter Beweis. Vereinsmeisterschaften sowie nationale wie internationale Wettbewerbe ergänzen ebenfalls das sportliche Kräftemessen.

Für Informationen rund um diesen Motorsport ist die Homepage http://www.speedway.org eine gute Anlaufstelle.

Weitere Infos gibt es ebenfalls beim Deutschen Motor Sport Bund, Lyoner Stern/ Hahnstraße 70, 60528 Frankfurt/Main, Tel.: 069/63 30 07-0, Fax.: 069/63 30 07-30, E-Mail: dmsb@dmsb.de, Internet: http://www.dmsb.de

Eine Terminauswahl (ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit) finden Sie unter folgendem Internet-Link: http://www.speedway.org/kalender/2012/index.html

© Text und Fotos: Helge Holz


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