Ostfriesentee und Ostseeblick

21. Juli 2013 | Von | Kategorie: Hotelfluchten

Villa „Haiderose“ an der Strandpromenade in Binz auf Rügen

Für Gäste, die am Nachmittag eintreffen, ist in der weißen, lichtdurchfluteten Veranda die Rügener Teetafel gedeckt. Doch bevor Charlotte Mews-Ostermoor selbst gebackenen Kuchen und Ostfriesentee als Willkommensgruß serviert, wird mit einem Glas Sanddornsaft auf die bevorstehenden Urlaubstage angestoßen. Rügens Vitamin-C-Bombe gehört zum Pflichtprogramm in der Villa „Haiderose“. Genauso wie der erste Blick durch die Panoramascheiben auf die blaue, spiegelglatte Ostsee bis hinüber zur weißen Kreideküste bei Sassnitz. Einmal tief durchatmen, und der Alltag ist Geschichte.

Villa Haiderose von 1896

„Warum der Name „Haiderose“ mit „ai“ geschrieben wurde, blieb bis heute im Dunkeln. Es kursieren Geschichten, aber nichts ist bewiesen“, erzählt die Gastgeberin: „1896 ließ ein Förster aus Ostpreußen das Haus direkt am Binzer Strandufer erbauen. Er und seine Frau Elisabeth und später Tochter Käthe betrieben es viele Jahre als Pension.“ Nach dem zweiten Weltkrieg folgte im Zuge der „Aktion Rose“ die Enteignung. Ein Schicksal, das die schmucke Villa mit den meisten Privathäusern in der ehemaligen DDR teilte. Das Gebäude fungierte von nun an als Mietshaus. Anfang der 1990er Jahre verliebten sich die heutigen Eigentümer, Charlotte Mews-Ostermoor und ihr Mann Herbert Ostermoor, in das inzwischen marode Anwesen. Schon vor der Wende war das Wittmunder Ehepaar häufiger bei Verwandten zu Besuch auf der Insel. Schließlich entschieden sie sich, von Ostfriesland an die Ostsee zu ziehen und eröffneten 1999 ihr 5-Sterne-Appartement-Haus. Eine Tradition aus der alten Heimat ist geblieben: Ostfriesentee mit Sahne und Kluntje.

Blick vom Jugendstil-Balkon auf die Ostsee

Villa „Haiderose“ ist eine von rund 50 imposanten Bauten entlang der über drei Kilometer langen Strandpromenade, die zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg als Logierhäuser errichtet wurden. Die Bäderarchitektur ist keine einheitliche Bauweise, auch wenn die meisten Häuser zur Zeit des Jugendstils entstanden. Es dominieren auch klassizistische, gotische oder Renaissance-Elemente. „Die drei Hauptmerkmale der Bäderarchitektur sind die weiße Farbe, Vorbauten wie Balkone, Loggien oder Veranden“, sagt die Hausherrin: „Wer es sich leisten konnte, ließ noch Türmchen, Erker, Säulen und Pfeiler anfertigen.“ Die „Haiderose“ besticht durch ihre üppigen Holzschnitzereien an den Veranden. Zu retten waren sie nach 40 Jahren Kommunismus nicht. Familie Ostermoor ließ sie nach altem Vorbild nachbauen. Der schmiedeeiserne Jugendstil-Balkon im ersten Stock ist noch original erhalten.

Wohnraum im Appartement

„Es ist kein Hotel, keine Pension und kein reines Appartement-Haus“, meint die quirlige Ostfriesin: „Es ist von allem etwas. Vom Hotel die Serviceleistungen. Von der Pension die persönliche Betreuung. Vom Appartement-Haus die Großzügigkeit der Räume.“ Zwischen 48 und 62 Quadratmeter groß sind die neun Zwei-Zimmer-Appartements, die sich über drei Etagen verteilen. Sie verfügen über eine komplett eingerichtete Küche und ein separates Wohn- und Schlafzimmer. Auch die vier Wohnungen zur Parkseite haben seitlichen Meerblick. Von der Einrichtung her ähneln sich die schlichten, maritim gestalteten Räume.

eine ruhige Nacht ist garantiert

Die hellen Schlafzimmer sind in weiß-blassgelben und sandigen Tönen gehalten. Eine an der Wand umlaufende Zierleiste mit Muschel- und Seesternmotiven vermittelt Sommer- und Strand-Ambiente. Im Wohn- und Esszimmer dominieren blau-weiße Farben mit dunklen Möbeln. Wer sich am Morgen nicht selbst verpflegen möchte, der kann zwischen zwei Varianten wählen: Schlemmerfrühstück in der Suite oder am langen Tisch beim Plausch mit anderen Gästen in der Kapitänskajüte.

Charlotte Mews-Ostermoors eigentlicher Beruf ist Gesundheitsberaterin. Diesen wollte sie auch nach dem Umzug nach Rügen nicht aufgeben. Also richtete sie im Keller des Hauses nach und nach eine Wellnessinsel ein. Hier entspannt der Gast bei einem Brandungsbad in der Thalasso-Wanne oder bei einer Ganzkörpermassage – mal auf asiatische Art, mal mit Meersalz, Schokolade oder Rügener Heilkreide.

Fruehstueck im Stil der Jahrhundertwende

Je nach Jahreszeit bieten die Ostermoors individuell gestaltete Ausflüge an – vom Segeltörn über Kranichbeobachtungen bis zum Boccia-Spiel im Kurpark oder einem Picknick am Strand. Seit einigen Jahren finden um den ersten Mai herum die „historischen Tage“ in Binz statt. Dann schlendern Einheimische und Gäste in Kostümen von anno dazumal – als die Badekultur in Binz ihren Anfang nahm – über die Strandpromenade. Sehen und gesehen werden, lautet das Motto. Zu diesem Anlass wird in der Villa „Haiderose“ im Garten gefrühstückt – im historischen Gewand und vor historischer Kulisse.

© Text und Fotos: Dagmar Krappe

Informationen

Villa Haiderose
Strandpromenade 14
18609 Ostseebad Binz
Tel.: 038393 5139
Fax: 038393 33966
E-Mail: kontakt@villahaiderose.de
www.villahaiderose.de

Preise:
Appartement für 2 Personen ab 112 €/Tag.
Zu bestimmten Saisonzeiten günstigere Sonderpreise.
Frühstück ab 13 €/Person.

Wer keine Lust hat, selbst zu kochen, der kann seinen Gaumen in fußläufg gelegenen Restaurants verwöhnen lassen:

meerbar des Hotels Am Meer & Spa
Strandpromenade 34
18609 Ostseebad Binz
Tel. 038393 44141
www.hotel-am-meer.de

Hotel Villa Salve
Strandpromenade 41
18609 Ostseebad Binz
Tel. 038393 2223
www.ruegen-schewe.de

Loev Bar im Hotel Loev & Spa
Hauptstr. 20 – 22
18609 Ostseebad Binz
Tel. 038393 39430
www.loev.de

Allgemeine Informationen zum Ostseebad Binz gibt es bei der
Gemeinde Ostseebad Binz – Kurverwaltung –
Heinrich-Heine-Str.7
18609 Ostseebad Binz
Tel.: 038393 148 148
Fax: 038393 148 299
E-Mail: info@ostseebad-binz.de
www.ostseebad-binz.de

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