Hamburgs Waterfront – Speicherstadt und HafenCity – Museen und gesehen werden

29. März 2011 | Von | Kategorie: Die Reportage, Hamburg

Nein, an einem Tag kann man nicht alles besichtigen, was Speicherstadt und HafenCity zu bieten haben, auch nicht an zwei oder drei. Man kommt einfach mehrmals, um Altes und Neues zu entdecken.

Vieles, was sich derzeit in der Hamburger HafenCity im Bau befindet, muss sich erst noch in einen stolzen Schwan verwandeln. Und vieles wird in den nächsten Jahren noch hinzukommen. Bis zirka 2025 wird sich die Hamburger Innenstadt um 40 Prozent erweitert haben. Auf 157 Hektar wird es eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Natur geben.Jahren noch hinzukommen.

Auf dem Weg von den Landungsbrücken in die Speicherstadt, die mit ihren über 100 Jahre alten Backsteinbauten im völligen Kontrast zu den neuen Glaspalästen der HafenCity steht, lässt sich schon ausreichend Hafenatmosphäre schnuppern. Gleich an den Landungsbrücken kann man den 1896 in Dienst gestellten Großsegler Rickmer Rickmers besichtigen. Kurz darauf dümpelt der 1961 für die Reederei Hamburg-Süd gebaut Stückgutfrachter Cap San Diego am Kai. 20 Jahre lang war er hauptsächlich Richtung Südamerika unterwegs. Hin und wieder verlässt der „weiße Schwan“ auch heute noch seinen Liegeplatz und schippert nach Cuxhaven oder Kiel, denn das Museumsschiff ist noch fahrtüchtig. Kulinarisch geht es auf dem roten Feuerschiff nebenan zu. Vom Hubschrauberdeck aus sieht man die Elbphilharmonie wachsen und schaut dem Treiben im Hafen zu.

Die Speicherstadt entstand zwischen 1883 und 1914 als weltweit größter zusammenhängender Lagerhauskomplex. An den wuchtigen roten Backsteinmauern prangen immer noch einige Namen von Quartiersleuten wie „Adolf Tiede und Söhne“ oder „Eichholtz und Consorten“ in großen goldenen Lettern. Seit 2003 gehört die Speicherstadt nicht mehr zum Hamburger Freihafen. Büros, Wohnungen und Museen haben hinter den alten Fassaden Einzug gehalten. Gleich drei davon gibt es in der Straße Kehrwieder:

Im Miniatur Wunderland, lässt sich der Eisenbahnfan im Maßstab 1:87 in Staunen versetzen. Auf 12 Kilometern Gleislänge bahnen sich über 800 Züge ihren Weg durch Landschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Skandinavien und den USA. Im Hamburg Dungeon entführen Schauspieler mutige Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren ins 18. und 19. Jahrhundert, als Sturmflut, Pest und Feuerbrünste die Hansestadt heimsuchten. In der Speicherstadt-Kaffeerösterei nebenan wartet dann eine frisch geröstete Tasse Kaffee aus aller Herren Länder auf den Besucher. Mehrmals täglich kann man beim Rösten zuschauen und sonntags nach Anmeldung auch an Verkostungen unterschiedlichster Sorten und Qualitäten teilnehmen.

Und weiter geht’s ins nächste Museum. In der Parallelstraße Am Sandtorkai riecht es nach Gewürzen. Im Spicy’s kann man ca. 50 Rohgewürze riechen, schmecken und anfassen. Über 800 Exponate erzählen Gewürzgeschichte vom Anbau bis zum Fertigprodukt. Ein Stockwerk tiefer geht es orientalisch zu. Zu musikalischen Klängen und einer Tasse Tschai erfährt man im Afghanischen Museum viel über Handwerk, Geschichte und Tradition dieses Landes.

Im Kesselhaus Am Sandtorkai gibt es Informationen über die Bauaktivitäten in der HafenCity. Hier wird alles präsentiert, was sich derzeit zwischen Elbbrücken und Kehrwiederspitze tut. Am Modell, mittels Computern, Hörstationen, Filmen und Broschüren kann man sich mit Vergangenheit und Zukunft der zwölf wachsenden Quartiere in der HafenCity auseinandersetzen. Wie Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, einmal aussehen soll, zeigt ein Modell im Info-Center Elbphilharmonie auf den Magellan-Terrassen. Das spektakulärste Ausstellungsstück befindet sich im oberen Stockwerk des würfelförmigen Baus. Dort ist – von außen sichtbar – das 1:10-Modell des großen Konzertsaals montiert, der einmal 2.150 Besuchern Platz bieten soll. Die eigentliche Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss des Pavillons. Sie informiert sowohl über die Architektur als auch über die Nutzung der Elbphilharmonie. Draußen bieten aus der Fassade ragende Hör- und Sehrohre audiovisuelle Eindrücke.

Auf dem Weg dorthin schlendert man über die Dalmannkaipromenade, den Vasco-Da-Gama-Platz und die Marco-Polo-Terrassen. Flaniert an Cafés, Bistros und Restaurants vorbei. Das futuristische Unilever-Gebäude am Strandkai fällt sofort ins Auge. Das Café mit Elbblick ist nicht nur Mitarbeitern vorbehalten. Sollte gerade ein Kreuzfahrtschiff am Cruise Center angelegt haben, hat man vor hier beste Sicht und kann ein bisschen von Urlaub und Luxus träumen. Ganz in der Nähe befindet sich ein orange farbener Aussichtsturm. Der View Point wurde im Juli 2004 eröffnet. Aus dem Kopf des 13 Meter hohen Turms können 25 Personen gleichzeitig die aktuellen Veränderungen in der HafenCity beobachten.

Zwischen all den neuen Glaspalästen wird das Störtebeker-Denkmal in der Straße Großer Grasbook fast übersehen. Die Bronzestatue des Künstlers Hansjörg Wagner erinnert an den Piraten Klaus Störtebeker, der 1401 als Anführer der Likedeeler (Gleichteiler) auf dem Grasbrook enthauptet wurde.

Schiffsbegeisterte biegen in die Koreastraße ab. Dort zeigt das Internationale Maritime Museum auf neun Decks die Privatsammlung des Hamburgers Prof. Peter Tamm, dessen Sammelleidenschaft als 6-Jähriger begann. Tausende Exponate von Segelschiffen, Dampfern, U-Booten, Schiffsmodelle aus verschiedenen Materialien vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Seekarten, Navigationsgeräte, Schiffseinrichtungsgegenstände lassen den Betrachter staunen.

Wer danach noch Lust hat, ein russisches U-Boot von innen kennen zu lernen, der findet das Unterwasserseeboot U 434 in der Versmannstraße. Das Boot stand 26 Jahre im Dienst der russischen Marine. 2002 wurde es mit Schleppern von Murmansk nach Hamburg gebracht. Wem der Sinn mehr nach Autos steht, kommt im Automobilmuseum Prototyp in der Shanghaiallee auf seine Kosten.

Mit der Geschichte der Speicherstadt und der hier ansässigen Handelsfirmen, also mit Kaffee, Tee & Consorten, beschäftigt sich das Speicherstadtmuseum Am Sandtorkai. Hier werden die typischen Arbeitsgeräte und Warenproben aus den Lagerfirmen und Handelskontoren gezeigt. Das Besondere des Museums sind die regelmäßig stattfindenden Teeverkostungen und Krimlesungen. Dass nicht nur Kaffee ein beliebtes Schmuggelobjekt war, demonstriert das Deutsche Zollmuseum im alten Zollamt Kornhausbrücke in der Straße Alter Wandrahm. Lebensmittel, Zier- und Gebrauchsgegenstände sind beliebte Verstecke für Rauschgift, Schmuck, Waffen oder Munition.

Informationen:

Allgemeine Informationen über die HafenCity Hamburg:
HafenCity Hamburg GmbH
Osakaallee 11
20457 Hamburg
Tel. 040-374726-0
www.hafencity.com

Hamburg Tourismus GmbH
Steinstr. 7
20015 Hamburg
Tel.: 040-30051300
Fax: 040-30051333
www.hamburg-tourismus.de

Windjammer Rickmer Rickmers
Landungsbrücken, Ponton 1a
Tel. 040-3195959
www.rickmer-rickmers.de

Stückgutfrachter Cap San Diego
Überseebrücke
Tel. 040-364209
www.capsandiego.de

Restaurant/Bar „Das Feuerschiff“
Vorsetzen
Tel. 040-362553
www.das-feuerschiff.de

Miniatur Wunderland Hamburg
Kehrwieder 2 – 4
Tel. 040-3006800
www.miniatur-wunderland.de

Hamburg Dungeon
Kehrwieder 2
Tel. 040-36005519
www.the-dungeons.de

Speicherstadt Kaffeerösterei und Café
Hacienda San Nicolás GmbH
Kehrwieder 5
Tel. 040-37518683
www.speicherstadt-kaffee.de

Spicy’s Gewürzmuseum
Am Sandtorkai 32
Tel. 040-367989
www.spicys.de

Afghanisches Museum
Am Sandtorkai 32
Tel. 040-378236
www.afghanisches-museum.de

Internationales Maritimes Museum Hamburg
Kaispeicher B
Koreastr. 1
Tel. 040-30092300
www.internationales-maritimes-museum.de

U-Boot 434
Versmannstraße 23 c
Tel. 040-32004934
www.u434.de

Automobilmuseum Prototyp
Shanghaiallee 7
Tel. 040-39996968
www.prototyp-hamburg.de

Speicherstadtmuseum
– Außenstelle des Museums der Arbeit –
Am Sandtorkai 36, 20457 Hamburg
Tel.: 040-321191
www.speicherstadtmuseum.de

Deutsches Zollmuseum
Alter Wandrahm 16
Tel.: 040-30087611
www.museum.zoll.de

© Text: Dagmar Krappe, Fotos: Axel Baumann

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