Ski Heil – auf dem Wasser!!

28. April 2011 | Von | Kategorie: Die Reportage, Nordd. Tiefland

Wakeboards und Wasserski – die perfekte Alternative zum Wintersport-Vergnügen

Sommer. Sonne satt. Leise plätschert das Wasser an das flache Ufer. Der feine Sand reflektiert wohlig die Sommerwärme. Entspannt liegen die Sonnenanbeter auf der Wiese, schauen auf das Wasser und harren der begehrten Bräune. Auf dem See vergnügen sich inzwischen die Wassermänner und Nixen mit ihren Wakeboards und Wasserskiern. So schön können Ferien sein.

Nein, niemand braucht eine strapaziöse, lange währende Flugreise nach Kalifornien oder gar nach Hawaii zu unternehmen, muss keine zusätzlichen Kosten für die sperrige Wassersportausrüsten einplanen. Selbst in heimischen Gefilden wartet der perfekte Wellenkamm zum dahingleiten.

Sicher, Sonne, ein Strand in exotischen Gefilden, ein türkis blaues Meer, die karibische Postkarten-Romantik sind nicht zu verachten, doch auch der Norden kann mit einem attraktiven Angebot an Wassersport-Aktivitäten aufwarten. Um diese Möglichkeiten auskosten zu können, bedarf es noch nicht einmal zu einer langen Fahrt zur Nord- oder Ostsee. Auch weit hinterm Deich locken zahlreiche Gelegenheiten für die Anhänger des nassen „Bretterl-Sports“.

Gerade an den Wasserski-Seilbahnen lässt sich die Pause bis zur kommenden Wintersaison auf die angenehme Weise überbrücken. Oft bieten die Seilbahnen auch Kurse an, um den noch wenig geübten Wassermännern und Badenixen den Spaß am Dahingleiten näher zu bringen.

Dabei ist die Kombination aus Wasserski und Wellenreiten noch eine relativ „junge“ Sportart: In den 80er Jahren ließen sich Surfer von Motorbooten über das Wasser ziehen – aus Langeweile, wenn mal wieder die perfekte Welle auf sich warten ließ. Und wenn’s auch am geeigneten Schiff mangelte, diente der Wasserskilift, um über die Wellen zu reiten.

Auf 30 bis 40 Stundenkilometer beschleunigt die Seilbahn den Wakeboarder. Hört sich langsam an, erst recht vom sicheren Ufer aus. Doch geübten Wasserskifahrern reicht es bereits aus, um durch eine geeignete Fahrweise noch höhere Geschwindigkeiten erzielen zu können. Notwendige Vorbereitungen für Salti, Drehungen und spektakuläre Sprünge über Hindernisse.

So „leicht“ diese Tricks der Wakeboarder für die Zuschauer auch aussehen mögen, Anfänger sollten sich nicht sofort auf diesen Monoski stellen, raten die Fachleute. Die ersten „Geh“- besser Steh-Versuche auf dem Wasser sollten lieber per traditionellem Wasserski gemacht werden. Selbst wenn es optisch nicht ganz so viel hermacht; wer in diesen Wassersport hinein schnuppern will, sollte dennoch zunächst seine Balance auf zwei Brettern trainieren und erst später auf das breitere Wakeboard umsteigen. „Das ist einfacher“ wissen die alten Hasen.

In der Tat, spätestens nach der zweite Runde lässt die verkrampfte Haltung nach, die Leine wird nun lässiger in der Hand gehalten. Na ja, an der Kurventechnik muss noch hier und da etwas gefeilt werden. Doch von Runde zu Runde steigen die Fahrer und Fahrerinnen in der Anerkennung der Zuschauer. Eben ein Sport mit einem hohen Spaßfaktor. Viel Zeit muss niemand investieren, um auf den Brettern und dem Wasser eine gute Figur zu machen. „Spätestens nach einer halben Stunde haben die Freizeitsportler das dafür nötige Fingerspitzengefühl entwickelt“, wissen die Trainer zu berichten. Schwimmen sollten die Wasserratten auf jeden Fall können, so die Experten; das Paar Wasserskier samt Schwimmwesten können die Anfänger direkt vor Ort ausleihen und natürlich auch die begehrten Wakeboards.

Und warum soll jemand überhaupt Wasserski fahren? Es macht einfach nur Spaß! Es ist mindestens genau so schön wie im Winter auf Skiern über die Pisten zu wedeln, erklärt der junge Wakeboarder, der gerade pitschnass aus dem Wasser geklettert ist. Dass die Temperatur im nassen Element heute gerade mal bei 15 Grad plus liegt, mindert das Vergnügen nicht, eher im Gegenteil. Flugs stellt er sich wieder an der kleinen Schlange an, um schnell wieder am Seil seine Runde zu drehen. Alles für gut anderthalb Minuten Fahrspaß pro Zirkel.

Der jüngste Fahrer stand hier bereits mit sieben auf den Brettern, der älteste beeindruckte die Zuschauer nicht nur mit seinen 60 Lenzen. Den Schwerpunkt bildet jedoch die Gruppe der 20 bis 40-Jährigen. Gerade das starke Geschlecht ist in diesem Sport überproportional vertreten.

Neid, Missgunst oder gar Konkurrenzdruck ist unter den Sportlern jedoch nicht vorhanden, berichtet einer der sonnen gebräunten Fahrer und fährt mit einem Augenzwinkern fort. „Natürlich werden die anderen mit Argusaugen beäugt, wenn sie ihre Runden drehen. Einen guten Trick will schließlich jeder lernen und damit bei den Mädels glänzen – aber das macht doch gerade den Reiz aus…“

Informationen

Unter www.wasserski.de finden Interessierte eine Liste mit Betreibern von Wasserski-Seilbahnen. Der Deutsche Wasserski- und Wakeboardverband ist unter www.wasserski-online.de zu erreichen. Hier gibt es auch eine kleine Auswahl von Veranstaltungsterminen rund um diesen Wassersport.

Im gesamten Norden verteilt befinden sich zahlreiche Wasserski-Anlagen. Nachfolgend ein Ausschnitt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

© Text und Fotos: Helge Holz


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