Unterwegs im Blütenmeer

18. April 2012 | Von | Kategorie: Bremen

Rhododendron-Park und botanika bieten außergewöhnliche Augenfreuden

Rhododendronpark Bremen

Alljährlich im Mai setzt in Bremen ein Pilgerstrom ein: In Scharen steuern dann Blumenfreunde aus der Hansestadt und aller Welt in den Rhododendron-Park, um sich an Blütenpracht in unendlichen Schattierungen zu weiden. Etwa 3.250 verschiedene Züchtungen und nahezu 600 unterschiedliche Wildformen beherbergt das 46 Hektar große Areal – eine größere Sammlung an Rhododendren besitzt nur der Windsor Great Park des britischen Königshauses. 

Im Jahr 2012  feiert der Bremer Park sein 75-jähriges Bestehen. Aus Anlass des stolzen Jubiläums bietet er treuen Fans wie neuen Freunden ganz neue Augenweiden: Ende April 2012  wird der „Artengarten“ eingeweiht, in dem 175 nach Verwandtschaftsgraden gesetzte winterharte Wildformen einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit der Gattung geben.

Schon ab März ist im Rhododendron-Park mit seinen unterschiedlich gestalteten Gartenräumen viel zu entdecken. Die ersten Pflanzen erblühen schon Anfang des Monats, darunter der lilafarbene „Vorfrühlings-Rhododendron“. Ende März empfängt dann unter anderem eine Wildart aus China die Besucher am Parkeingang mit ihren auffälligen großen, weißen Blüten. Im April nimmt die Pracht zu – noch akzentuiert durch die Blüte der zahlreichen Magnolien im Park. Nun hat sich das Farbspektrum um Gelb und Blau erweitert. Spätestens, wenn dann die Repens-Rhododendren Ende April, Anfang Mai ihre tiefroten Kelche öffnen, herrscht Hochsaison im Park mit schier überwältigenden Blütenmengen. Nur Aufmerksame entdecken in der Fülle so ausgefallene Arten wie den Kamtschatka-Rhododendron, der nur wenige Zentimeter groß wird.

Rhododendronblüten

Der Park ist in vielen Hinsichten einzigartig. „Er ist nicht nur gärtnerisch gestaltet, sondern zugleich eine Art botanischer Briefmarkensammlung“, sagt sein wissenschaftlicher Leiter, Dr. Hartwig Schepker. In zwei Sortengärten haben die Experten nämlich Hunderte immergrüner Rhododendren und ihrer Verwandten, der Japanischen Azaleen, zusammengefasst und alphabetisch sortiert. Zu den großen Stärken der Bremer Sammlung gehört Schepker zufolge auch, dass sie Sorten aus allen Perioden der 200-jährigen Züchtungsgeschichte enthält. So leben mit „Nobleanum“ und „Lady Eleanor Cathcart“, die in den 1830er-Jahren entstanden, im ältesten Teil des Parks zwei der wenigen erhaltenen Sorten aus der Anfangszeit der Züchtung. „Neben ,Alten Meistern’ zeigen wir aber auch ‚moderne Kunst’“, sagt Schepker. Damit verspricht er nicht zuviel: Im Neuheiten-Garten stehen Kreationen wie die mehrfarbige Rhododendron-Sorte „Konfettiregen“ , „Moderator“ in Hellrosa mit schwarzem Fleck oder ein rosaroter „Henri Nannen“.

Doch nicht alle Pflanzen stehen im Freien – die nicht winterharten sind in den aufwendig ausgestalteten Schaugewächshäusern des Parks untergebracht. Unter dem Namen botanika haben sie sich in den vergangenen Jahren zu einem Grünen Science Center gewandelt. Auf 3.200 Quadratmetern erleben Besucher anhand zahlreicher Einbauten Heimatregionen und -kulturen der Rhododendren: den Himalaya, die chinesische Provinz Yunnan, Burma, Neuguinea, einen japanischen Garten. Unter anderem ist auch die größte liegende Buddha-Statue außerhalb Asiens zu bewundern. Im angrenzenden Entdeckerzentrum lernen große und kleine Gäste viel über die Welt die Pflanzen.

Informationen:
botanika – Das Grüne Science Center

im Rhododendron-Park
Deliusweg 40
 28359 Bremen
Tel: 0421 – 427 066 65
www.botanika-bremen.de 

Öffnungszeiten:
botanika:
 Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr; Sa, So, Feiertage 10 bis 18 Uhr
Rhododendron-Park: täglich von 7 bis Sonnenuntergang
Restaurant Bloom: täglich ab 10 Uhr

Weitere Informationen sind über das Service-Telefon der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) unter 0 18 05/10 10 30 (14 Ct./Min. dt. Festnetz, max. 42 Ct./Min. Mobilfunk), unter der Festnetznummer 04 21/30 800 10 oder im Internet unter www.bremen-tourismus.de erhältlich.

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