Wenn die Rosen erblühen…

25. Juni 2011 | Von | Kategorie: Die Reportage, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Mehrere deutsche Städte und Dörfer und ein Landkreis tragen den „Namen der Rose“.

„Wenn die Rosen erblühen in Malaga…“, schmetterte in den 1970er Jahren das Gesangsduo Cindy und Bert und stürmte mit dem Titel Dieter Thomas Hecks Hitparade. Selbst Ilja Richters Disco-Publikum durfte dazu im Takt klatschen.

Doch um Rosen zu sehen, muss niemand bis Andalusien fliegen. Quer durch die Republik haben zwischen 1965 und 2007 neun deutsche Städte, sechs Dörfer und ein Landkreis eine „Rosen-Auszeichnung“ erhalten.

„Das erste Rosendorf, das 1965 das Prädikat bekam, war Schmitshausen in Rheinland-Pfalz“, erzählt Elke Gottschall, Geschäftsführerin der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V. in Baden-Baden, die die Anerkennung verleiht: „Allerdings ist die Bezeichnung „Rosendorf oder Rosenstadt“ nicht geschützt, von daher gibt es auch Städte, die mit der Rose werben, aber nicht von uns ausgezeichnet wurden oder mit uns zusammenarbeiten.“

Um sich als Gemeinde qualifizieren zu können, muss die Rose im Ortsbild und Ortsleben eine prägende Rolle spielen. Die Rosenpflanzungen müssen eine besondere Qualität aufweisen, gepflegt und unterhalten werden.

Von Nord nach Süd haben folgende Städte diese Anforderungen erfüllt: Im bereits 1934 eröffneten Rosarium in Uetersen in Schleswig-Holstein duften 900 Rosensorten um die Wette. Im sächsischen Forst in der Lausitz präsentieren sich 700 Sorten auf 40.000 Rosenstöcken. 1993 wurde Sangerhausen in Sachsen-Anhalt offiziell zur Rosenstadt gekürt. Schon 90 Jahre früher konnte man hier die größte deutsche Rosensammlung bewundern. Im Europa-Rosarium versprühen mehr als 8.300 Rosensorten und –arten aus allen Ländern der Welt und allen Zeitepochen ihren Duft. Entlang des Rosenwegs im Dortmunder Rosarium im Westfalenpark informieren zahlreiche Beispielgärten anschaulich über die Vielfalt dieser Blume, ihre Geschichte, Abstammung und Züchtung. Die mittelalterliche Stadt Bad Langensalza in Thüringen bekam 2002 das Prädikat Rosenstadt verliehen. In Rheinland-Pfalz gibt sich die Rose gleich zweimal die Ehre. In Zweibrücken kann man nicht nur 60.000 Rosen bewundern, sondern auch Rosenbowle genießen. Der 17.000 Einwohner zählende Ort Eltville am Rhein nennt sich neben Rosen- auch Wein- und Sektstadt. Dort wo weltberühmte Weine auf den Hügeln reifen, gedeiht auch die Königin der Blume. Schon Ende des 19. Jahrhunderts machte Eltville als Stadt der Rosen von sich Reden. Die Beziehungen der dortigen Rosenschule reichten bis zum Zarenhof nach St. Petersburg. Auch in Baden-Baden brechen in jedem Sommer rosige Zeiten an. Hier hat die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde ihren Sitz, und im Rosenneuheiten-Garten auf dem Beutig treffen sich jedes Jahr Liebhaber, Züchter und Preisrichter, um die schönste aller Rosen zu prämieren. Der Rosenwanderweg in Freising nördlich von München vermittelt eindrucksvolle Impressionen von Altstadt und Rosenmotiven.

Als Rosenkreis darf seit 1985 Neunkirchen im Saarland für sich werben. Dieser Landkreis wurde ausgezeichnet, da die Rose in acht öffentlichen Gärten, die alle von Rosenvereinen gepflegt werden, besichtigt werden kann. Die sechs Dörfer, die den Namen der Rose tragen dürfen, befinden sich in West-, Mittel- und Süddeutschland und heißen Assinghausen, Löhndorf, Nöggenschwiel, Schmitshausen, Seppenrade und Steinfurth.

„Wenn sich eine Gemeinde bei der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde beworben hat, dauert es zwei bis drei Jahre, bis eine Anerkennung erfolgen kann“, erklärt Elke Gottschall: „In dieser Zeit prüft eine Kommission regelmäßig den Zustand und die Vielfalt der Rose im öffentlichen Grün.“

Das verliehene Prädikat kann auch wieder aberkannt werden, wenn die Rose nicht mehr die entscheidende Rolle im Erscheinungsbild einer Kommune spielt. Das ist bisher aber noch nicht vorgekommen.

Nähere Informationen zu erwähnten Orten, Rosenfesten, Pauschalangeboten unter: www.rosenfreunde.de (Kategorie „Adressen“), www.rosenkreis.de, www.welt-der-rosen.de/adressen/rosenstaedte.html und bei den Touristinformationen der einzelnen Orte:

Uetersen (Schleswig-Holstein)
www.rosarium-uetersen.de
Juni –  September, sonntags 10:30 Uhr, kostenlose Führungen durch den Rosenpark, Treffpunkt: am Spendenstein im Rosarium – an den Brücken

Baden-Baden (Baden-Würtemberg)
www.baden-baden.de

Bad Langensalza (Thüringen)
www.bad-langensalza.de

Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
www.dortmund.de

Eltville (Rheinland-Pfalz)
www.eltville.de

Forst (Lausitz/Sachsen)
www.forst-lausitz.de

Freising (Bayern)
www.freising.de

Sangerhausen – Europa-Rosarium (Sachsen-Anhalt)
www.sangerhausen-tourist.de

Zweibrücken (Rheinland-Pfalz)
www.zweibruecken.de

Neunkirchen (Saarland)
www.rosenkreis.de

© Text und Fotos: Dagmar Krappe

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